Theater im Netz – ein Laborbericht

Bei der Blogparade Theater im Netz, die ich mit Begeisterung mitverfolge, gibt es schon so viele Beiträge, bei denen ich laut „Ja! Hurra!“ rufen möchte und ich habe da eigentlich auch schon alle Aspekte, die mich zum Thema beschäftigen, gefunden.

Die Blogparade hat ja zwei Schwerpunkte oder Lesarten. Zum einen die Nutzung des Netzes ergänzend, begleitend und unterstützend zur Theaterarbeit und die inhaltliche Benutzung und Bearbeitung des Themas auf der Bühne.
Nach einem kleinen Austausch mit Marc auf Twitter habe ich mich entschlossen, etwas über mein kleines Laborexperiment zu schreiben.  Nämlich die Begleitung einer Theaterproduktion im Social Web.

Bühnlein brillant - Morgen in Katar - aus dem Proberaum

Bühnlein brillant – Morgen in Katar – aus dem Proberaum

Ich spiele seit über 15 Jahren Theater und seit gut 10 Jahren im Ensemble Bühnlein brillant – mit viel Herzblut und Engagement. Wie das bei freien Ensembles so ist, stemmen und finanzieren wir die komplette Produktion selber. Jedes Mitglied wird also multifunktional eingesetzt. Etwas ausführlicher habe ich das schon mal hier beschrieben.

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Identität und Selbsinszenierung

Mit fiel zur Blogparade über Anais Nin #ichbinnin nicht viel ein, was ich hätte beitragen könnte. Ich habe vor Urzeiten mal eins ihrer Tagebücher angefangen zu lesen, es dann aber bald wieder weggelegt. Hat mich nicht angefixt. Vielleicht der falsche Zeitpunkt. Ich wollte dann ein Foto machen, hatte auch eine Idee, es hat aber irgendwie nicht geklappt. Es kam dann „nur“ ein Selbstportrait für das portraitassignment_ka dabei raus.

 

Dann erschien der Beitrag von Wibke und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und inspiriert. Wibke schafft es sehr oft, das, was mir wie eine diffuse Wolke durch den Kopf schwurbelt, was eher ein unbestimmtes Gefühl oder Empfinden ist, präzise in in Worte zu fassen.

   
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Wien und Bratislava in fünf Tagen

Jetzt bin ich schon fast vier Wochen aus Wien zurück und habe noch gar nicht alles verbloggt.
Meine Besuche in den Kunst- und Kulturinstitutionen hatte ich schon bei den Herbergsmüttern aufgeschrieben, aber da war doch noch viel mehr!
Der erste Tag begann mit einem Besuch im Museumsquartier. Neben dem MUMOK hat mir dort die Tonspur sehr gut gefallen. Soundart und Klanginstalltionen!  Ein kleine Passage, in der seit 2003 Klangarbeiten von internationalen Künstlern präsentiert werden.

Nach dem Besuch im MUMOK hatte ich eine leckere Mittagsmahlzeit in der Kantine, ein sehr nettes Lokal im Quartier. Auf der Karte standen faschierte Laibchen (Rind). Well, ich konnte mir darunter absolut nichts vorstellen. Das nachfragen beim Kellner brachte auch kein Ergebnis („Welches Teil vom Rind?“ – „? … alles“) Also bestellte ich. Und bekam … Tadaaa – zwei köstliche Frikadellen mit Soße. Sehr lecker.

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Vine Typologie | Kochen / Musik / Mashups & Remixe

Kochvines/Food

Vine - Kochen und Musik

 

Wie in allen Sozialen Netzwerken ist auch auf Vine das Thema Food ein großes. #vinewhatyoucook, #6secondfood sind die Hashtags, denen man folgen kann. Kinderköchin, Trowel and Fork, Samantha sind meine Folgeempfehlungen. Bei Samantha gibt es auch immer noch einen Jazz-Song zum Rezept. Und den coolen #Tomatoman von der Niederländerin Steffie liebe ich über alles.

 

 

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Vine Typologie | Künstler + Filmemacher

Künstler

Künstler ist jetzt weit gefasst. Ich label das jetzt so und meine Kreative, die einen eigenen Ausdruck, eine eigene Bilder- und Formensprache haben.

Vine - Künstler

 

Tom Shea  ist (vermutlich Werbe-) Fotograf und macht wunderbar fotografierte, poetische Vines mit Rauch, Spiegeln und Ballons.

Mit viel Rauch und Nebel arbeitet auch Noah Kalina, ebenfalls Fotograf, der viel im Wald und in der Natur unterwegs ist und gerade das Buch „Cabin Porn“, ein Fotoband über Waldhütten, herausgegeben hat. Er hat auch ein paar wunderbare Serien, z. B. die laufenden Hotelzimmer-Kaffeemaschinen. Frederic Beehupp kommt aus der Filmbrachen und macht poetische Montagen aus Menschen mit Tiermasken, Zeichungen. Gegenlicht ist sein Markenzeichen.      

 

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Vine Typologie – Stills

Vines, die in einfacher Einstellung etwas abbilden. Einfach irgendwo draufhalten, ohne technischen Chichi und die sechs Sekunden durchfilmen, unterwegs, im Alltag, in der Natur.

stills

Der Hashtag #6secofcalm sammelt schöne ruhige Naturaufnahmen (auch wenn manche meinen, sie müssten das mit Musik zumatschen). Mit Zach Behrens, Myshadow, Teppo Tirkonen, Andrew Tomayko, Maripichu bin ich sehr gerne in herrlichen Landschaften in der ganzen Welt unterwegs.

 

Mit Abr_a fahre ich jeden Tag ein Stück durch Moskau. Keine Ahnung wer dahinter steckt, offensichtlich jemand, der/die oft und viel mit dem Auto durch Moskau gurkt, wahlweise 1:1, manchmal in Zeitlupe, manchmal auch im Zeitraffer. Immer mit Musik unterlegt, manchmal schlimm, manchmal sehr gelungen. Ich bin auf jeden Fall schon zu allen Jahreszeiten mit dem Auto durch Moskau gefahren.     Continue Reading

Vine Typologie | Standup/Comedy

Eine Riesenwelle, natürlich aus Amerika. Menschen, die in sechs Sekunden einen Sketch spielen, einen Witz erzählen, oder sonst wie etwas drolliges vermitteln.

Vvine - Comedy

 

Oft mit sich selber in verschiedenen Rollen, hin und her switchend. Nicht mein Genre, nicht mein Humor. Das meiste verstehe ich auch gar nicht, weder die Sprache, noch den Humor,  ist aber scheinbar sehr erfolgreich. Der einzige Akteur in diesem Genre, der in meine Timeline darf, ist Nounouth, ein Franzose, der manchmal ein bisschen aussieht wie Jeff Goldblum und bei dem ich schon gleich an der Sprachbarriere scheiter und nur manchmal ein wenig verstehe. Nounouth ist aber im Gegensatz zu so vielen anderen komplett uneitel, ist sich für nix zu blöd und er nimmt sich selber überhaupt nicht ernst. Sein Humor ist teilweise so klamottig und platt, dass es fast nicht auszuhalten ist, aber unglaublich charmant. Hallo? Er ist Franzose!

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Vine – Versuch einer Typologie | Stopptrick/Animation

Aus ladetechnischen Gründen habe ich die Typologie auf mehrere Post verteilen müssen.

Vine - stopptrick

Auf Instagram überwiegt meiner Einschätzung nach der Anteil an Menschen, die ambitioniert fotografieren denen, die uninspiriert knipsen, unabhängig davon, ob das nun alles gute Fotos sind. Bei Vine ist es ein bisschen anders. Ahnlich wie bei youtube gibt es hier Tonnen von Schrottaccounts, die Kram in schlechter Qualität posten, solche, die gar nichts selber kreieren, oder Filmschnipsel aus Fernsehsendungen, Filmen, Videos reproduzieren. Da gilt es, die Perlen zu finden.

Vine selber bietet eine inhaltliche Kategorisierung mit entsprechenden Kanälen an, mit denen man seine Vines verknüpfen kann:
Tiere, Kunst, Comedy, Sport, Musik&Tanz, OMG!, Style, Familie, DIY, Food, News, Wissenschaft&Technik. Da diese Kanäle nicht kuratiert sind, hilft das wenig. Auf der Startseite werden immer mal bestimmte Vine Accounts oder Highlights aus den Kanälen vorgestellt. Allerdings ist das alles sehr amerikanisch geprägt.

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Wie die klassische Musik in mein Leben kam.

Ich habe mich fast mein Leben lang mit klassischer Musik schwergetan. Als Kind war das die uncoole Musik, die meine Mutter hörte, im Musikunterricht der Unter- und Mittelstufe haben wir gefühlt jahrelang nur die Lebensdaten von Bach und Mozart durchgekaut, mal das eine oder andere Musikstück gehört. Darüber hinaus hat uns die unwirsche Lehrerin mit viel Theorie beworfen, die mich nicht erreichte. (Musik: 4-5).
Ansonsten bin ich ein großer Popmusikfan mit einer Vorliebe fürs Elektronische.

Beethovenfest 20122012 begegnete ich dann bei Twitter dem Beethovenfest und ich weiß auch nicht mehr genau wie es war, auf jeden Fall gab es diese Einladung zum Tweetup für das Public Viewing auf dem Münsterplatz. Das Eröffnungskonzert wurde live aus der Beethovenhalle übertragen, der Platz war pickepacke voll, es gab ein bisschen Rahmenprogramm,  für die „VIPs“ – zu denen wir Twitterer gehörten –  gab es einen abgetrennten Bereich mit Tischen und Stühlen und Catering. Dort saßen wir dann also, eine illustre Runde von Twitterern und Bloggern, teilweise Fachleute der klassischen Musik, aber auch so Unbedarfte wie ich. Und dann das Konzert: City of Birmingham Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons mit Brahms Nänie und Beethovens Neunter.

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Pralles Kulturwochenende in München

Meine Reise zum stARTcamp München wollte ich unbedingt mit einem Besuch der Louise Bourgeois Ausstellung „Strukturen des Daseins – die Zellen“ verbinden. Also rumpelte ich mit meinem kleinen Rollköfferchen am späten Freitagnachmittag holterdikapolter vom Bahnhof zum Haus der Kunst. Nachdem ich meinen Pröngel in ein Schließfach gequetscht, bzw. im Buchladen geparkt hatte und endlich in der Ausstellung stand, startete ich frohen Mutes die Ausstellungsapp, die ich mir schon vorab im heimischen WLAN installiert hatte, wohl wissend, dass ich mit der ganzen Twitterei an dem Wochenende mein Datenvolumen sprengen würde, es war schließlich fast Monatsende. Ich wollte also die Tour starten und  siehe da, weitere 35 MB mussten runtergeladen werden. Bei dem nicht so richtig tollen Netz im Haus, eine Qual. Also Abbruch. Da sich ja nun mein ganzes Gepäck an verschiedenen Ecken des Mueums befand, hatte ich auch kein Geld zur Hand, um mir den Audioguide zu leihen. Grummelnd habe ich das natürlich getwittert, etwas später hat sich das Haus der Kunst sehr nett bei mir gemeldet und wir haben das (hinter den Kulissen) diskutiert. [Das nur noch mal so zur Illustration für Außenstehende, wie cool Twitter ist!]  louise Bourgeois im Haus der Kunst

Also dann halt ohne medialen Support. Das ging allerdings sehr gut, da der kleine Ausstellungsflyer und die Ausstellung selber sehr gut betextet sind.

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