Es ist schon seltsam, jedes Mal, wenn ich im Dezember anfange, mir Gedanken über den Jahresrückblick zu machen, denke ich “was für ein besch… Jahr”. Dann schaue ich in meine Fotos und Aufzeichnungen und stelle fest: Ach war ja gar nicht so schlimm, da war auch viel Schönes dabei.
Wie kommt das nur, dass – zumindest bei mir – das Negative so nachdrücklich im Vordergrund bleibt und das Schöne und Gute immer erst hervorgekramt werden muss?
Was in diesem Jahr wirklich katastrophal war, war meine berufliche Situation. Ich glaube, ich habe noch nie so wenig gearbeitet, so wenig Aufträge bekommen. Das ist wirklich schlimm, denn ich habe als Freiberuflerin keinerlei Ansprüche auf irgendwelche Unterstützung und das Gesparte zerrinnt mir zwischen den Fingern. Das muss sich 2026 radikal ändern. Hier habe ich mal aufgeschrieben, was ich kann und gerne tun würde.
Aber nun der Blick auf 2025: Der Jahresrückblick mit höchstens zwei Fotos pro Monat, nach einer Vorlage von Joel.
Januar

Der Dom hatte seine Zipfelmützen schön mit Hochnebel verhüllt.

Immerhin dreimal war ich bei den Passagen unterwegs und habe gute Dinge und interessante Locations gesehen.
Februar

Ich war im Bandwebermuseum Wuppertal.
Außerdem bin ich in Sachen Familieforschung durch Barmen gestromert, habe die Adressen gesucht, wo meine Vorfahren mal gewohnt haben. Ich habe Robert Habeck live auf der Bühne gesehen, habe online an der Genealogica teilgenommen und einen Vortrag über koloniale Kochbücher gehört.
März

Im Museum Boppard habe ich die Ausstellung The last days of Magic gesehen und mit der Kuratorin Elizabeth Clarke einen fabelhaften Tag verbracht.

Ein Wochenende in Essen, mit dem Besuch der Zeche Zollverein und dem Grugapark.
Außerdem war ich in Sachen Familienforschung in Gau-Algesheim, wo Vorfahren von mir lebten und habe zwei Tage im Dom- und Diözesanarchiv in Mainz verbracht um dort hunderte Seiten von alten Kirchenbüchern durchzublättern. (Und bin fündig geworden).
April

Sehr schön war das Creator Wochenende in Göttingen, anlässlich der Ausstellung Was zum Quant.

Kirschblüte am Rhein
Mai

Zauberhaftes Hotel Les Sorbiers in der Wallonie

Eine Pressereise, bei der es um Aktivitäten in der Natur ging, führte mich mal wieder in die Wallonie. Ein herrlicher Kurzurlaub.
Außerdem habe ich mir die MAI-Tagung und die re:publica im Stream angeschaut.
Juni

Ich war auf der Photoszene Köln unterwegs und habe zwei Ausstellungen zu Tata Ronkholz gesehen, die auch sehr viel in Köln fotografiert hat und ich habe mich direkt danach auf Spurensuche begeben.

Der Geburtstagausflug führte mich nach Neuwied zum Museum Monrepos. Ein sehr schöner Ort mit spektakulärer Geschichte, eine tolle Ausstellung zur menschlichen Verhaltensevolution und ein abschließender Waldspaziergang ergaben einen runden Tag.
Außerdem an einer Führung durch mein Veedel teilgenommen, eine Lesung im Buchladen des Vertrauens besucht und ein paar Verabredungen mit Freund*innen. Allerdings hatte mich auch schon im Mai aus dem Nichts heraus eine heftige Trauerwelle überrollt und es hat eine ganze Weile gedauert, bis die wieder abebbte.
Juli

Hauptbahnhof Dortmund

Sehr interessant war auch die Besichtigung des Landtag NRW.
Das Dortmunder U besucht und dort alle Ausstellungen angeguckt und auch noch die Rauminstallation von Soshiro Matsubara im Dortmunder Kunstverein. Außerdem eine Theateraufführung gesehen, lieben Besuch einer Freundin aus Wien gehabt und einen neu eröffneten Plattenladen in Frechen besucht.
August

Zum ersten Mal im neuen Stadtarchiv gewesen und eine Ausstellung und einen Film gesehen.
Außerdem den Flughafen Köln/Bonn besichtigt und hey – zwei Partys in einem Monat.
September

Fassadengestaltung in Neuwied

Haus in Dierdorf
Die Foto-Ausstellung The Past and the Present von Elizabeth Clarke im Roentgen-Museum Neuwied besucht (Ein Experte der Fernsehsendung Kunst und Krempel war auch vor Ort und ich habe ein paar Erbstücke meiner Oma begutachten lassen. (Nichts von Wert, wie ich schon vermutet hatte, aber der ideelle Wert ist eh unschätzbar)). Verbunden habe ich das mit einem Besuch und Rundgang in Dierdorf, wo meine Mutter aufgewachsen ist.
Außerdem war ich im MAKK, im Kölnischen Stadtmuseum, habe ein Interview zu einem Forschungsprojekt zum Thema Familienforschung gegeben und war bei den offenen Ateliers in meinem Viertel. Einer der wenigen Aufträge (und ein sehr schöner) in diesem Jahr, für den ich seit ein paar Monaten schon diverse Fotospaziergänge gemacht hatte, fand seinen Höhepunkt.
Oktober

Ehemalige Spiegel-Kantine im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

Eingang zum Ernst-Barlach-Museum, Hamburg
Eine Freundin in Hamburg besucht, zwei Theatervorstellungen gesehen und in zwei Museen gewesen. Pressereise nach Lüttich zur großen Retrospektive von Robert Doisneau und die fabelhafte Performance Schöner Warten von Karina Syndicus besucht. Außerdem eine spannende Entdeckung in Sachen Familienforschung gemacht.
November

Ausflug nach Schöller bei Wuppertal, wo einer der Nachfahren der Familienforschungs-Entdeckung aus dem Oktober gelebt hat. Außerdem an zwei Tagen beim Symposium Museum und Spiel gewesen. Dann hat mich ein grippaler Infekt mit Bronchitis für ein paar Wochen umgehauen.
Dezember

Seit langem mal wieder bei einem Pressetermin zu einer Ausstellungseröffnung gewesen (Kerstin Brätsch, MƎTAATEM, Kunstmuseum Bonn), auf einer Party gewesen, eine kleine Wanderung im Käsbachtal gemacht (sehr kalt, sehr sonnig, leider kein Schnee), wunderbares Silvester mit interessanten Menschen und grandiosem Essen gefeiert. Der letzte miese Akt in diesem mittelprächtigen Jahr war, dass mir dann beim Zähneputzen völlig unspektakulär ein Implatat aus dem Oberkiefer gefallen ist.
2026, du kannst das hoffentlich besser.
Liebe Ute,
was für ein Jahr mal wieder. Und wie liebe ich deinen fotografischen Blick! Das ist so schön, da mit dir durch das Jahr zu wandern. Und ich kann nur allen sagen: Ute ist die Beste, wenn ihr eine Kreative sucht mit viel Gespür für Details, einem grandiosen Organisationsgeschick (ohne dich hätten wir die Barcamps niemals nie so gut hingekriegt) und einem riesigen kulturellen Erfahrungsschatz! Möge 2026 nur Gutes bringen. Für uns alle. Herzliche Umarmung von deiner Anke
Ich danke dir sehr! 💖💖💖