Seid ihr auch schon mal durch eine Gemäldegalerie gegangen und habt auf immer das gleiche Detail geachtet? Hände, Füße, Kleidung, Schmuck oder Architektur? In der Kunsthalle Karlsruhe läuft noch bis zum 12. April 2026 die Ausstellung “Archistories. Architektur in der Kunst”.
Die Ausstellung setzt sich aus Werken der eigenen Sammlung in Kombination mit zeitgenössischen Arbeiten zusammen. Rund 100 Werke von 70 Künstler*innen aus fünf Jahrhunderten sind zu sehen. (Weil sich die zeitgenössischen Künstler*innen alle in der Unsichtbarkeitsmaschine aka VG Bild Kunst verstecken, kann ich die natürlich leider nicht zeigen)
Es gibt mehrere Sektionen, die sich mit einer bestimmten Architektur oder einem bestimmten Thema befassen. Je nach Richtung, in der man durch die Ausstellung läuft, beginnt oder endet es mit Gebäuden, die wir im Alltag eher selten wahrnehmen, nämlich Kerkern und Gefängnissen. Eine Zeichnungen von Giovanni Battista Piranesi, die er als Teil einer Serie 1750 als 30-jähriger publizierte, zeigt eine albtraumhafte, surreal und escher’esk erscheinende Darstellung von einem brutalen Kerker. Demgegenüber steht eine Arbeit von Nicola Daubanes, die direkt von Piranesis Zeichnungen inspiriert zu sein scheint und in einer interessanten Technik hergestellt ist. Eine magnetische Platte wird in Teilen zeichnerisch entmagnetisiert und mit Eisenpulver gestreut, was dann nur an bestimmten Stellen haften bleibt. Das Eisenpulver wurde zum Teil aus Gefängnistüren hergestellt.