Identität und Selbsinszenierung

Mit fiel zur Blogparade über Anais Nin #ichbinnin nicht viel ein, was ich hätte beitragen könnte. Ich habe vor Urzeiten mal eins ihrer Tagebücher angefangen zu lesen, es dann aber bald wieder weggelegt. Hat mich nicht angefixt. Vielleicht der falsche Zeitpunkt. Ich wollte dann ein Foto machen, hatte auch eine Idee, es hat aber irgendwie nicht geklappt. Es kam dann „nur“ ein Selbstportrait für das portraitassignment_ka dabei raus.

 

Dann erschien der Beitrag von Wibke und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und inspiriert. Wibke schafft es sehr oft, das, was mir wie eine diffuse Wolke durch den Kopf schwurbelt, was eher ein unbestimmtes Gefühl oder Empfinden ist, präzise in in Worte zu fassen.

   

Ja! Das spielen bei der Selbstinszenierung. Der Spaß. Deshalb spiele ich auch Theater und das, was da spannend ist, ist das entwickeln einer Figur. Das sich annähern, erforschen und auch abgrenzen, was immer auch Selbsterforschung ist. Was hat die Figur mit mir zu tun? Was kann ich von mir in die Figur geben? Was kann ich von der Figur annehmen und was ist ganz anders? Es ist ein beständiges abtasten, ausloten, auch der eigenen Grenzen. Diese zu kennen und auch mal zu übertreten ist immer ein Erkenntnisgewinn. Auch für die Entscheidung, was zeige ich von mir, wann, wo und wem.

 

Und auch wenn ich auf die Bühnen Twitter, Facebook oder Instagram trete, muss ich mir meiner Rolle gewiss sein. Bin ich Berichterstatterin, Moderatorin oder Schauspielerin? Bin ich Geschichtenerzählerin oder Dokumentarin? Wessen Geschichten erzähle ich? Meine oder die anderer? Bin ich ich? Wer oder was ist ich?
ICH ist auf jeden Fall eine Ansammlung vieler Facetten die keiner komplett erfassen kann, nicht mal man selbst. Oder habt ihr Euch selber noch nie überrascht?
Ich liebe das Spiel mit den Facetten, das Ausprobieren, das Selbstverorten und bin doch immer ich. Deshalb mache ich auch Selfies. Die erzählen manchmal Geschichten, mal meine eigenen, mal die anderer. Manchmal sagen sie aber einfach auch nur „Ich bin hier“.  Und niemand kann Anspruch auf Vollständigkeit einfordern, gerade das Spiel des ent- und verschleierns macht das ganze ja so amüsant.
Selfies #ichbinnin
Ich glaube, dass Selbstinszenierung immer auch ein Erforschen und spielen mit der eigenen Identität ist. Denn was ist das ICH, wenn man mal alles weglässt, was wir haben/besitzen, die Dinge über die wir uns so gerne definieren: Beruf, Familie, Klamotten, Statussysmbole?

 

Und just wo ich anfange diesen Artikel zu schreiben, stoße ich zufällig auf das wunderbare Selbstportrait von Jayesh Bhosale mit diesem Zitat.

 

 

“If you want to identify me, ask me not where I live, or what I like to eat, or how I comb my hair, but ask me what I am living for, in detail, ask me what I think is keeping me from living fully for the thing I want to live for.”

Thomas Merton

PS: Ich bin übrigens großer Fan der Selbstinszenierung von Stephan Porombka.
Stephan Porombka auf Instagram

#ichbinnichtnin #ichbinich #wasistich #ichbinnin

 

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