Passagen 2026 – Materialexperimente, Nachhaltigkeit, und dies und das

Obwohl das Programm so geschrumpft ist, war ich in diesem Jahr nur zweimal auf den Passagen unterwegs: Einmal in Kalk und einmal in Ehrenfeld.

Das Machwerkhaus  in Kalk war eine echte Entdeckung für mich. So ein schöner Ort mit Hallen, Läden, Studios und Ateliers. Für mich hat es niederländisches Flair und im Sommer ist es da bestimmt noch hübscher.

Als erstes landete ich in der Halle von Freeters. Ein Kollektiv, dessen Produkte und Projekte zwischen Kunst, Architektur und Design oszillieren. Sie nennen sich Artistic Intelligence und das finde ich sehr passend und gelungen. Sie waren lange in Bonn und sind erst seit kurzem im Machwerkhaus. Was ich da gesehen habe, gefiel mir durchweg ALLES. Bei den Recherchen stieß ich auf den (Mit-) begründer Bernhard Zünkeler und einen sechsteiligen Film über ihn. Im letzten Teil geht es auch um Freeters. Und dann fiel mir ein, dass ich diesen Sechsteiler vor ein paar Jahren schon mal gesehen hatte.

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Retrospektive: Robert Doisneau in Lüttich

In den 80er Jahren hatte ich mal eine heftige Liebesbeziehung mit Paris. Ich war ziemlich oft da, habe alles dort geliebt. Zum Teil war es aber auch ein Bild von Paris, das ich liebte, ein Teil der Bohème der Vergangenheit, die ich immer versuchte heraufzubeschwöre. Ich las Sartre, de Beauvoir, Boris Vian, Hemingway, Gertrude Stein und viele andere Autor*innen, die das Leben der Künstler*innen dort in den 20ern, 30ern, 40er Jahren beschrieben. Und ich entdeckte die Fotograf*innen, die dort zu dieser Zeit fotografiert haben: Cartier-Bresson, Brassai, André Kertész, Gisèle Freund, Robert Doisneau und ich ging in jede Fotoausstellung, die mir vor die Füße fiel.

Nun läuft in Lüttich eine sehr große Retrospektive „Instants Donnés“ zu Robert Doisneau, die ich unbedingt sehen wollte und dann flatterte mir eine Einladung zur Pressereise zu eben dieser Ausstellung von Visit Wallonia ins Postfach. Perfect Match.

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Landtag NRW: Demokratische Architektur

Neulich hatte ich die Gelegenheit, den Landtag NRW in Düsseldorf zu besuchen. Ich hatte mich vorab ein bisschen eingelesen, weil mich vornehmlich die Architektur interessierte. Ich war dann sehr angetan von der Website des Landtags, die sehr gut und auf Augenhöhe  informiert.

Insbesondere wird hier ausführlich die Geschichte des Baus erläutert, der 1988 fertiggestellt wurde. Hier ist alles rund, der runde Plenarsaal war der Wunsch der Abgeordneten und der Architekt Fritz Eller hat auf dieser Idee weiter geplant, was sich am besten in der Draufsicht erschließt.

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Tata Ronkholz – Fotoschwester im Geiste

Ich habe von Tata Ronkholz erst jetzt wirklich was über ihre Retrospektive in der Photographischen Sammlung  im Rahmen der Photoszene Köln erfahren. Bestimmt habe ich auch schon mal irgendwann ihre Trinkhallen-Fotos gesehen, als Person war sie mir aber nicht präsent. (Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. Juli 2025)

Lustig ist, dass wir jeweils ein paar Jahren lang an den gleichen Orten ähnliche Dinge getan haben – immer mit ca. 26 Jahren Zeitunterschied. Sie wurde 1940 als Maria Juliana Roswitha Tölle wie ich in Krefeld geboren, ging wie ich auf das Ricarda-Huch-Gymnasium und hat es wie ich vorzeitig verlassen, und hat dann ein paar Jahre später, an der – damals noch – Werkkunstschule, wie ich Produktdesign studiert. Als sie ihre erste Festanstellung im Möbelhaus Schröer antrat, war ich immer noch nicht geboren.

Und obwohl sie ja zur Generation meiner Eltern gehört, waren unsere Lebensläufe bis hier sehr ähnlich.

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Die Basisaustellung im Forum Wissen und ein bisschen Göttingen

Ich gestehe, dass mich die Basisausstellung im Forum Wissen ein kleines bisschen mehr angefixt und begeistert hat als die temporäre Sonderausstellung “Was zum Quant?!” (Dazu hatte ich schon zuvor geschrieben)

Das liegt sicher auch an der Gestaltung und Szenografie. Zehn Jahre haben die Planung und der Aufbau gedauert, seit 2022 ist das Forum Wissen geöffnet – in einem Bau von 1877, der ursprünglich das Naturwissenschaftliche Museum der Stadt und Universität war.

Die Ausstellung wurde kuratiert von den Exponauten und vom Atelier Brückner gestaltet.

Grundsätzlich geht es hier darum, nachvollziehbar zu machen, wie Wissen geschaffen wird. Es geht um die musealen Aufgaben, Sammeln, Bewahren, Erhalten, Erschließen und Vermitteln, aber auch um Forschung und Lehre. Das Wissenschaftsmuseum der Georg-August-Universität speist sich aus den über 70 wissenschaftlichen Sammlungen der Universität.

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Creator-Wochenende in Göttingen – Was zum Quant?!

Vor etwa drei Monaten bekam ich eine Mail mit dem Satz “Wie Sie sicherlich wissen, haben die UN 2025 zum Internationalen Quantenjahr ausgerufen.” Ähm …

Es folgte eine Einladung zu einem Creator-Wochenende im Forum Wissen in Göttingen, anlässlich der Ausstellung “Was zum Quant?!”

Jetzt bin ich nicht gerade bekannt für meine naturwissenschaftliche Expertise – im Gegenteil, da habe ich im Gehirn eher einen blinden Fleck. Andererseits machen mich solche, mir sehr fremde Themen, gleich sehr neugierig und der amüsante Ausstellungstitel mit Augenzwinkern tat sein Übriges. Ich antwortete, stellte klar, dass ich nicht die Physik-Koryphäe bin, was wohl ok war und sagte zu.

Kleine Anekdote: Es gibt einen guten Podcast vom Forum Wissen: “Wissen to listen“. Ich hatte mir vorab die Folge zur Ausstellung mit dem Professor für Theoretische Physik Stefan Kehrein angehört. Da gibt es eine kleine Preziose. Kehrein erklärt etwas und die Podcast-Hosterin murmelt “Ich verstehe”. Kleine Pause. “Also ich verstehe es natürlich nicht. Kann man Quantenphysik überhaupt verstehen?” Darauf Prof Kehrein: “Das ist eine interessante Frage, die wird jetzt seit 100 Jahren diskutiert.”

Also bin ich guten Mutes am ersten Wochenende im April nach Göttingen gefahren.

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Foto App – eine Alternative zu Instagram?

Ich bin jetzt nicht dafür bekannt, irgendwelche Tools zu besprechen, aber hier brennt es mir ein bisschen unter den Fingern.

Wie so viele bin ich schon länger auf der Suche nach einer Alternative zu Instagram. Spätestens seitdem Mark Zuckerberg sich hündisch in die Trump/Musk Clique reingeschleimt hat, will man dessen Produkte ja nicht mehr benutzen.

Facebook ist für mich persönlich uninteressant, WhatsApp habe ich noch nie benutzt, Threads hat ein bisschen Unterhaltungswert, aber ich vergesse mehr und mehr, da reinzuschauen und es bietet keinen wirklichen Mehrwert fürs Leben. Aber Instagram ist für mich ein Dilemma, auch weil ich es beruflich nutze.

Seit meiner Emigration von Twitter zu Mastodon gucke ich mir immer mal an, was bei PixelFed so los ist, aber das kommt leider nicht in die Puschen. Weder die Webanwendung, noch die Apps, die ich getestet habe, funktionieren. Das ist eine ziemliche Vollkatastrophe, auch in Anbetracht der Tatsache, dass dort nun schon seit mindestens zwei oder drei Jahren dran gearbeitet wird, aber wenn ich das richtig sehe, ist das auch nur ein Mensch.

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Passagen 2025 – Möbel- und Produktdesign

Nach der Corona Lücke und ein bis zwei Aussetzern war ich in diesem Jahr mal wieder auf den Passagen, ein Ausstellungs- und Veranstaltungskonzept für Möbel und Design in ganz Köln, das seit den 1990er Jahren immer parallel zur Internationalen Möbelmesse stattfindet.

Ich hatte mich über das sehr abgespeckte Programm gewundert: Waren es vor Corona über 200 Ausstellungsorte, waren es in diesem Jahr nur 100. Aber ich hatte nämlich gar nicht mitgekriegt, dass die Möbelmesse in diesem Jahr ausfiel. Der Branche geht es also auch schlecht.

Was mich bei den Passagen immer besonders interessiert ist, mal an besondere Orte zu kommen und wirklich Neues, Innovatives und Experimentelles zu entdecken. Ich finde es immer spannend zu sehen, womit sich Studierende beschäftigen und was in der Off-Szene passiert. Will sagen, die handelsüblichen Möbelgeschäfte interessieren mich nicht.

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Spa: gesund trinken und Holzkästchen

Spa, die Stadt, die weltweit allen Heilbädern und Wellnessanwendungen ihren Namen gegeben hat. Ich war morgens in der Touristeninformation mit Carola Reichert zu einer Stadtführung verabredet. Wir hatten ein bisschen Wetterpech, es regnet die ganze Zeit.

Die vielen verschiedenen Quellen in und um Spa herum heißen Pouhon, das geht auf ein wallonisches Wort zurück. Sie sind zum Teil nach berühmten Persönlichkeiten benannt, die sie besucht haben. So ist gleich im Gebäude des Touristenbüros – eine Trinkhalle von 1880 –  die Pouhon Pierre-le-Grand, benannt nach Zar Peter dem Großen.

Die Heilquellen kannten vermutlich schon die Römer im 1. Jahrhundert.

Berühmt wurden sie durch eine Kur, die Peter der Große 1717 hier machte und die ihm tatsächlich sehr geholfen hat. Das verbreitete sich dann bald in europäischen Adelshäusern und im 18. und 19. Jahrhundert traf sich dort das Who is Who an gekrönten Häuptern und andere illustre Persönlichkeiten.

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Mons: Auguste Rodin und Berlinde de Bruyckere im CAP

Nachdem Mons und ich im letzten Jahr einen nicht ganz so guten Start hatten, habe ich mich über die Gelegenheit gefreut, mit einer von Visit Wallonia organisierten Pressereise nochmal dorthin zu fahren. Anlass war die Neueröffnung und -konzeption des CAP mit einer Ausstellung zu Auguste Rodin im Dialog mit Arbeiten von Berlinde de Bruyckere. Ehrlich gesagt, Berlinde de Bruyckere und die Aussicht, sie persönlich zu treffen, war für mich der Hauptgrund, mitzufahren, denn ich bin ein absoluter Fan ihrer Arbeiten. Leider haben wir schon auf der Fahrt nach Mons erfahren, dass sie aus persönlichen Gründen nicht dort sein würde.

Transparenz: Fahrt, Unterbringung und Verpflegung wurden von Visit Wallonia und eurostar übernommen. Vielen Dank dafür, das war alles hervorragend.

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