Podcasts – ich kann Euch nicht zuhören

Diplomarbeit

Da inzwischen gefühlt jeder Zweite einen Podcast produziert und jeder begeistert Podcasts hört, fühle ich mich bemüßigt eine kleine Gegenrede zu schreiben – auch um das selber zu verstehen.

Ich nämlich nicht.

Ich habe ein Problem mit dem zuhören. Nicht mit dem hören, ich höre nämlich sehr gut. Manchmal zu gut, da höre ich das Gras wachsen.

Es gibt Geräusche, die fahren mir geradezu schmerzhaft in den Körper. Zum Beispiel dieser furchtbar scheppernde Sound, der aus Kopfhörern nach draußen dringt. Im Zug oder der Straßenbahn bin ich manchmal kurz vor dem durchdrehen. Ich kann das teilweise vom einen zum anderen Abteilende hören. Und dann kann ich es nicht ausblenden. Ich empfinde das als akustische Umweltverschmutzung, genau wie all die Geräusche, die ein Smarphone macht, pling, pfeif, tipp. Am überflüssigsten sind Tastentöne, am absurdesten das den klappenden Verschluss einer Spiegelreflexkamera imitierende Geräusch einer Handykamera.

Ich bin extrem geräuschempfindlich, aber das ist ein anderes Thema.

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Wie meine Oma zu Kunst wurde

Peer Böhm / artconnection

Eine dieser wunderbaren Geschichten, wie sie auch immer wieder gerne im und mit dem Internet geschehen.

Vor einiger Zeit hatte die Bundeskunsthalle, im Rahmen der Ausstellung „The Playground Project“ einen Instagram-Wettbewerb veranstaltet. Spielplätze sollten fotografiert werden – ich bloggte darüber.

Beim kramen in alten Fotos fand ich eins von meiner Oma aus den 1970er Jahre, wie sie auf einer Rutsche saß und ihr Gesichtsausdruck verrät, dass sie da wohl auch richtig Spaß hatte. Ich hatte das Foto bei Instagram gepostet und Peer Böhm meldete sich bei mir, um zu fragen, ob er das malen dürfe. Peer kenne ich nicht sehr gut, aber dafür schon relativ lange, aus den guten alten museum für verwandte kunst-Zeiten. Ich fühlte mich natürlich sehr geehrt und sagte ihm zu. Wenige Tage später schickte er mir ein Foto seines Bildes per Mail und ich war entzückt. Er schrieb dazu, dass er es bei der artconnection anbieten wolle. (Bei der einmal jährlich stattfindenden artconnection stellen verschiedene Künstler kleinformatige Arbeiten aus, die direkt von der Wand, zu einem einheitlichen Festpreis gekauft werden können. Die Hälfte des Geldes wird für einen guten Zweck gespendet.)

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Autos im Museum

PS - ich liebe Dich

Seit Mai habe ich also diesen Traumjob: Für den Instagram-Account wdr3_im_museum mache ich die Storys. Jede Woche besuche ich in NRW eine Ausstellung und bastel dazu eine kleine Story. Ich komme in Museen, in denen ich noch nie war und sehe ziemlich viel fabelhafte Kunst.

Welche Ausstellungen ich besuche, hängt von mehren Parametern ab: ich mache Vorschläge, öffentlich rechtliche Dinge spielen eine Rolle, die Entscheidung fällt dann immer in Absprache mit der Onlineredaktion. Bei meinen Vorschlägen spielen persönliche Vorlieben eine Rolle, aber auch, was zu sehen ist. Kleinteilige Flachware hinter Glas hat immer geringere Chancen, als Skulpturen, Installationen oder Großformatiges.

Auto TürgriffBei der Ausstellung „PS: Ich liebe Dich. Sportwagen-Design der 1950er bis 1970er Jahre“ im Kunstpalast dachte ich: Super, da kann man schön die Formen abfilmen, die Lichreflexionen. Was ich nicht bedacht hatte war, dass in den schön auf Hochglanz polierten Autos sich nicht nur das Licht, sondern auch die Frau mit der Handykamera spiegelt. Und ausgerechnet diese Ausstellung, die mich inhaltlich relativ wenig interessierte, hat sich nachhaltig in meinem Kopf festgesetzt, so sehr, dass ich hier darüber schreibe.

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The Playground Project – über Spielplätze

1976 eröffnete in Krefeld das Freizeitzentrum Süd, und damals war das eigentlich nur ein großer Spielplatz, auf den ich aber gerne gegangen bin. Neulich bin ich nochmal hingefahren und soweit ich mich erinnere, hat sich da in 40 Jahren nicht viel verändert. Es war an einem frühen Mittag und außer einem Vater mit seiner kleinen Tochter, hingen dort ein paar Alkoholiker ab, eine Frau sonnte sich auf einem kleine Stück verbrannten Rasen. Ansonsten: gähnende Leere im gleißenden Sonnenlicht.

Es gab damals in Krefeld einen Spielplatz, auf dem ein altes, stählernes, bunt bemaltes aber rostiges Schiff stand. DAS war Abenteuerspielplatz. So ein verrostetes Teil würde heute vermutlich nicht mehr durchgehen. Leider fällt mir nicht mehr ein, auf welchem Spielplatz das stand. Weiß das zufällig jemand?

Damals in den Siebzigern war dieses Seil-Klettergerüst etwas ganz neues. In der Ausstellung Playground Pproject indoor in der Bundeskunsthalle habe ich erfahren, dass der ehemalige Boxer Joseph Brown, der 1937 an der School of Architecture der Princeton University als Boxcoach angestellt war, einmal die Entwürfe für ein Spielplatzprojekt der Studenten kritisierte. Daraufhin fing er an zu experimentieren und entwickelte schließlich ein Spielgerät mit Seilen. Seine Erfahrung als Boxer war dafür ausschlaggebend: für ihn war der Gleichgewichtssinn wichtig und auch die Förderung der Reaktions- und Teamfähigkeit. Ich vermute, dass die Seilklettergerüste, die wir so kennen, auf seinen Entwürfen „Jiggle Ring“ und „Swing Ring“ beruhen. [Katalog]

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Wie peinlich!

Foto: Erika Hartmann - pixelio.de

Da werde ich im Newsletter für eine Konferenz als Bloggerin angekündigt und mein letzter Blogpost ist neun Monate alt! /o\

Liebe Neubesucher, das letzte Jahr war eine persönliche Katastrophe. Ich habe mich zwar wieder einigermaßen in mein Leben zurückgefuddelt, aber noch nicht alles durchsortiert. Ansätze und Ideen für Blogposts liegen im Hirn und in der Schublade und ich hoffe, bald Zeit zu finden, um sie schreiben zu können.

 

 

Assoziatives Gedankenhopping zu Grün

HKS 66 K

Grün ist meine Farbe. Schon sehr lange.

Ich erinnere mich an eine Situation vor vielen Jahren, als ich mit einer Gruppe von Freunden in Frankreich Urlaub machte und wir in St. Tropez durch Boutiquen bummelten und Dinge anprobierten, die wir niemals kaufen oder tragen würden, ich ein enges, langes, olivgrünes Kleid anzog und eine Freundin sagte, dass mir das sehr gut stehen würde und die Verkäuferin das bestätigte, weil es die Farbe meiner Augen hätte. Eine echt gute Beobachtungsgabe der Verkäuferin und für mich als Fashion-Niete war das ein Schlüsselerlebnis. Seitdem ist Grün auch eine häufig vorkommende Farbe in meinem Kleiderschrank. (Wobei ich es auffällig finde, wie schwierig es ist, schöne grüne Schuhe zu finden!)

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Museumsperle: Die Puppentheater-Sammlung im Münchner Stadtmuseum

Puppen- und Figurentheater-Sammung, Münchner Stadtmuseum

In der Regel gehe ich doch überwiegend in Kunstmuseen- / Ausstellungen. Als ich neulich in München war, ging ich ins Stadtmuseum – weil ich unbedingt die Ausstellung „No secrets! – Bilder der Überwachung“  sehen wollte.

2002 habe ich im ZKM ctrl space gesehen und das hat mich nachdrücklich beeindruckt. Das Thema ist natürlich immer aktuell und die Aspekte ändern sich. Seit Edward Snowden und Julian Assange, NSA, Prism, Big Data, der fortschreitenden Digitalisierung und Social Media sowieso.

Die einzelnen Objekte und Arbeiten bei No secrets waren interessant, die Gesamtkonzeption der Ausstellung hat mich aber nicht überzeugt, weil sie sich wohl nicht so recht zwischen Dokumentation und künstlerischer Auseinandersetzung entscheiden konnte. Die Ausstellung ist zweigeteilt, einen weiteren Part gibt es in der Eres-Stiftung, leider hat sich mir das vor Ort nicht erschlossen, sonst hätte ich mir das auch noch sehr gern angeschaut.

Die echte Entdeckung – und Museumsperle – war für mich die umfangreiche Puppen- und Figurentheater- und Schausteller-Sammlung.

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Liebe Theater auf Instagram,

theaterwelten inszeniert L’elisir d’amore

es ist sehr schön, dass ihr da seid, aber …

Wir kennen nun bestimmt jeden Winkel hinter den Kulissen Eures Hauses. Den Kostümfundus, den kleinen Flur hier, die Treppe dort hinten, die Garderoben, die Maske, die Werkstatt, die Kantine – halt, es gibt definitiv zu wenig Kantinenfotos!

Wir verfolgen in der Maske die Verwandlung von Schauspieler NN in Figur XY  im Zeitraffervideo, den Bühnenbildauf- und abbau,  – gerne auch im Zeitraffervideo (ich gebe zu, Zeitraffervideos haben immer was faszinierendes, eigentlich egal was zu sehen ist). Wenn man so ein unglaubliches Bühnenbild wie beispielsweise die riesigen Laufbänder zu den Räubern im Residenztheater hat, kann man das natürlich mal exzessiv abfeiern, wenn nicht, wäre eine richtige Geschichte zum Bühnenbild interessant, aber dann bitte mit Anfang, Mitte und Ende, über die Konzeption, den Entstehungsprozess, Materialien, O-Töne vom Gestalter und den Bühnenarbeitern, da gliedern sich dann auch geschmeidig Auf- und Abbau ein.

Wir sehen das eine oder andere Probenfoto (bei den großen Institutionen eigentlich selten), Szenenfotos, oft die perfekten offiziellen, mit Hinweisen zu Spielterminen (Reklametafeln).

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Xing – ich bin dann mal weg

Seit 2004 bin ich bei Xing, damals noch OpenBC. Es gab ja noch kein Social Web und ich war in einigen Gruppe relativ aktiv, als in den Gruppen noch reger Austausch stattfand. Irgendwann verlagerte sich dann dieser Austausch für mich mehr und mehr zu Twitter und Facebook, andere Netzwerke kamen dazu, die allesamt bunter und lockerer waren, die Xing’schen Gruppenaktivitäten schliefen allgemein ein. Zwischendurch war ich auch mal eine Zeit lang Premium Mitglied, weil ich dachte „hey, …“ – ja was eigentlich?

Ich denke, seit dem Durchbruch von Facebook in den Mainstream sah Xing seine Felle schwimmen, baute ständig um, fing an nur noch mit Werbung um sich zu werfen, schickt mir Benachrichigungen, auf die ich nicht zugreifen kann, weil ich kein Bezahlmitglied (mehr) bin. Ich bin da seit Jahren eh nur Karteileiche, weil Xing mich persönlich im Leben keinen Zentimeter weitergebracht hat. Für manche Branchen und Menschen mag es funktionieren, für mich nicht. Seit Xing sich nun mehr und mehr ein- und abschließt, zumindest was das Basisprofil anbelangt, weiß ich gar nicht, was ich da noch soll. Die Tichy Geschichte ist jetzt auch nur noch ein weiteres Sandkörnchen, was mich dazu bewegt, mein Profil zu löschen.
Mein Karteileichendasein verlege ich zu LinkedIn, ansonsten stehen hier die wichtigsten Profile und Kanäle, wo man mich finden kann.
Anfang Februar bin ich dann da mal weg.

Update: Gerade lese ich, dass Tichy die Herausgeberschaft niedergelegt hat, ändert für mich aber nichts.

ministeck Zeitreise

ministeck traffic

Meine ministeck-Liebe hat sich wohl schon etwas herumkolportiert. Ich bekam vor ein paar Tagen eine Anfrage von einer Bekannten aus der Stadtbücherei Köln, deren Kollegin ministeck abzugeben hatte. Als ich das Paket dann abgeholt und zuhause auspackte, bekam ich erst mal einen Flashback. Es war nämlich genau der gleich Kasten, den ich als Kind hatte – ich hatte den Grundkasten – aber der Inhalt ist der gleiche. Ich konnte mich auch noch genau an die Prospekte erinnern und die Bilder darin lösten wohlige Erinnerungen aus. Ich weiß noch genau, dass ich das Hochhaus mit dem Hubschrauber gesteckt hatte, wie toll ich die kleinen Häuser und Puppenstuben von Bau-Gigant fand. An die runden Steinchen kann ich mich auch noch sehr gut erinnern, die gibt es heute auch nicht mehr.
Eins der Mädchen könnte übrigens ich sein – ich hatte damals auch einen karierten Mantel und eine ganz ähnliche Mütze. Man beachte die winterliche Deko und die nackten Beine der Mädchen!!

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